Protokoll der Mitgliederversammlung am 8. November 2025

Mitgliederversammlung der Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft am 08.11.2025
Beginn: 14.04 Uhr
Ende: 16.25 Uhr
Ort: Geschäftsstelle/Predigerwitwenhaus, Fischbänkenstr. 8, 16816 Neuruppin
Versammlungsleitung: Matthias Frinken
Protokoll: Volkmar Heuer-Strathmann
TOP 1: Begrüßung durch den Vorstand
Matthias Frinken und Otto Wynen begrüßen die anwesenden Mitglieder (siehe Anlage) im Namen des Vorstandes, zu dem auch Astrid Marienfeld-Lungfiel und Gottfried Lungfiel gehören. Man stellt Beschlussfähigkeit fest und weist darauf hin, dass es von der Versammlung am 12. April 2025 kein Protokoll zu genehmigen gebe, da die seinerzeit erhobenen rechtlichen Einwände gegen die Versammlung als ordentliche Mitgliederversammlung zu Recht formuliert worden seien.
Einwände gegen die vorliegende Tagesordnung gibt es nicht. Im Vorstand hat man sich darauf geeinigt, dass Matthias Frinken diese Mitgliederversammlung leitet.
TOP 2: Kurzer Jahresbericht 2024/2025
Otto Wynen gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Aktivitäten und Veranstaltungen und weist auf Kooperationen und Kontakte hin. Genannt werden die verschiedenen Ausstellungen in der Fischbänkenstraße, die Hofaktion im Mai mit Lesung, Musik und Livemalerei, die Mitgestaltung des Schinkel-Raumes in der „Krümelkiste“, der gemeinsame sommerliche Ausflug nach Zermützel mit Kontaktpflege und Bauhintergrund, die „Henselmann“-Lesung in Kooperation mit der Fontane-Buchhandlung und der Kulturstammtisch in Kooperation mit der Stadt Neuruppin. Die durchschnittliche Resonanz stimme optimistisch. Aktive Öffentlichkeitsarbeit mit Printprodukten und Netzbeiträgen dürften, so Wynen, auch dazu beigetragen haben.
Die Ausstellung des Arbeitskreises “Treppenforschung” im Kunstkiosk läuft noch bis zum 12. November 2025. Ein Vortrag im Museum Neuruppin widmet sich am selben Tag der Thematik. Aus der Schinkel-Gesellschaft sind Irina Rockel und Rene Wildgrube an dem viel beachteten Projekt beteiligt. Das Projekt wird ansonsten unabhängig von der Schinkel-Gesellschaft durchgeführt und soll bis 2031 laufen.
TOP 3: Finanzbericht des Vorstandes
Otto Wynen skizziert die Situation, die sich durch die erhebliche Mietsteigerung seit 2023 und durch sukzessiv leicht abnehmende Beitragssummen ergeben habe. Im Jahr 2024 standen neben den Einnahmen aus Beiträgen, Spenden und Verkaufserlösen von insgesamt 6.817,65 Euro öffentliche Fördermittel von 19.139,83 Euro (Fontanestadt Neuruppin, Landkreis OPR, Lottomittel des Landes Brandenburg), in der Summe also 25.957,48 Euro. Dem standen Ausgaben von insgesamt 24.737,83 Euro gegenüber, etwa durch Miete, EDV, Telefon, Druckkosten, Honorare oder Veranstaltungskosten.
Wynen hob hervor, dass die ausgeglichene Haushaltssituation 2024 mit gewissen Kontoreserven nur Bestand habe durch die Förderung seitens der Stadt Neuruppin sowie andere öffentliche Projektmittel und Sponsoring, etwa durch die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin. Die öffentliche Förderung durch die Fontanestadt erfolgte im üblichen Dreijahresrhythmus, also von 2023 bis 2025. Sie sei, so Wynen, für die Zeit von 2026 bis 2028 im September neu beantragt worden. Bedingung für die Förderung als gemeinnütziger Verein sei die Öffnung der Schinkel-Gesellschaft im Sinne eines kulturellen Angebots in der Stadt und damit eine Erweiterung des Vereinsprofils. Hier sei man, so Wynen, sicher schon erheblich weiter gekommen, es würden aber auch Grenzen ehrenamtlicher Arbeit deutlich, sowohl in zeitlicher wie in finanzieller Hinsicht. Man nehme fremde Expertise gegen Honorar in Anspruch, man zeige vermehrt Präsenz, was eigentlich Aufwandsentschädigungen verlange.
Über den am 30.09.2025 gestellten Antrag auf Fördermittel sei seitens der Stadt Neuruppin noch nicht entschieden worden. Der Vorstand ist aber regelmäßig in Kontakt mit dem zuständigen Amt für Kultur und Tourismus. In diesem Zusammenhang wurde auf das 2031 anstehende Schinkeljahr hingewiesen, dem man mit freudiger Erwartung, großer Kooperationsbereitschaft und voller Tatendrang entgegensehe.
Matthias Frinken ergänzt als Mitglied des Vorstandes, dass die Stadt für 2024 ein umfangreiches Drittmittelprojekt als Eigenmittel akzeptiert habe. Für 2025 sei es gelungen, ebenfalls Drittmittel einzuwerben bei einem relativ hohen Spendenvolumen. Das wird auch für 2026 ff angestrebt. Der Vorstand sei hier gefordert. In diesem Zusammenhang sei die angestrebte Satzungsänderung zu sehen.
TOP 4: Bericht der Kassenprüferinnen
Thomas Rheinländer verliest, was Silvia Stechow (Bremen) als zuständige Kassenprüferin schreibt. Sie habe nach Durchsicht aller Unterlagen bezüglich des Kalenderjahres 2024 keine Einwände und empfehle die Entlastung des Vorstandes. Als zweite Kassenprüferin schließt sich Irina Rockel dem an. Sie habe keine Vorbehalte.
TOP 5: Entlastung des Vorstandes
Die Entlastung des Vorstandes für das Jahr 2024 durch die Stimmberechtigten erfolgt ohne Gegenstimme.
TOP 6: Informationen zum weiteren Veranstaltungsprogramm 2025
Otto Wynen erinnert an die Finissage zur laufenden Ausstellung des Duos SOMIOSPHERA am 23. November 2025. Er stellt frisch gerahmte Schinkel-Werke vor, die in Zukunft zwischen den Ausstellungen gezeigt werden sollen. Am 12. Dezember 2025 wird noch eine weitere Ausstellung eröffnet, die sich den weit gestreuten historischen Garagen in Neuruppin widmet. Fotografien bilden die Grundlage. Die Weihnachtsfeier ist für den 13. Dezember 2025 geplant, angereichert durch eine kleine literarische Lesung.
Wolfgang Freese regt an, sich stärker für Stadtführungen zu öffnen, also bei Interesse in der Geschäftsstelle präsent zu sein. Irina Rockel weist darauf hin, dass sie selbst diese Gelegenheit schon lange wahrnehme, ebenso Günter Rieger. Mehrere Mitglieder beklagen, dass draußen vor dem Ladenlokal nicht hinreichend Aufmerksamkeit geweckt werde für die Geschäftsstelle und spezielle Anlässe. Der Vorstand, so Wynen, werde sich der Sache annehmen. Ebenso der verschiedentlich angeregten Maßnahmen, um die Einrichtung noch besuchsfreundlicher zu machen. Zukünftig soll möglichst an drei bis vier Tagen wöchentlich ca. drei Stunden geöffnet sein.
TOP 7: Ideen für Programm und Projekte
Matthias Frinken kündigt als Mitglied des Vorstandes an, künftig Aktivitäten und Veröffentlichungen der Bundesstiftung Baukultur und des Architekten- und Ingenieurvereins Berlin-Brandenburg in die Arbeit der Gesellschaft stärker einzubeziehen. Zum Themenbereich “Schinkel und die Denkmalpflege” sind 2026 Vorträge geplant. Im März 2026 wird ein Besuch seitens der Bundesstiftung Bauakademie erwartet. Im April, so Irina Rockel, ist in Neuruppin an den 200. Geburtstag von Alexander Gentz zu erinnern. Im Museum werde es dazu eine Veranstaltung geben. Wolfgang Freese bringt einen Besuch von “Gentzrode” ins Gespräch.
Im Sommer 2026, so Frinken, könne der alljährlich anstehende Ausflug nach Potsdam führen, gerne auch zur Synagoge.
Was im kommenden Jahr anlässlich des Geburts- und des Todestages Karl Friedrich Schinkels veranstaltet wird, ließ der Vorstand noch offen. Feststeht, dass der Schinkelhauptpreis 2026 am 13. März wieder von der Fontanestadt verliehen wird. Wer und was in der engeren Wahl steht, war sogar der Lokalpresse zu entnehmen.
Die Bereitschaft von Manfred Kühne und Gerd Kley, im kommenden Jahr über interessante Themen zu referieren (z.B. Schinkel in Polen; der Maler Eduard Ockel (1834- 1910), wurde erfreut zur Kenntnis genommen. Mit Ulrich Gäbler sei man wegen eines Vortrags auch in Kontakt, Thema: der Architekt Karl Ludvig Engel (1778 – 1840).
Ob man ab 2026 eine Art offenen Stammtisch anbieten sollte in der Fischbänkenstraße 8, wurde sehr kontrovers diskutiert. Eine Entscheidung wurde nicht getroffen. Auch im Hinblick auf den Umgang mit der umfangreichen Bibliothek gab es noch keine Entscheidung.
TOP 8: Änderung der Satzung, § 3
Auf Vorschlag des Vorstandes wird über eine Änderung des geltenden § 3, Punkt 3 diskutiert. Der untergliederte Text war fristgemäß mit der Einladung und der Tagesordnung versandt worden, kann hier also als bekannt vorausgesetzt werden.
Hintergrund, so Matthias Frinken als Mitglied des Vorstandes, sei die bereits erwähnte Öffnung des Vereins, verbunden mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen, zeitintensiven Tätigkeiten und wachsenden Beanspruchungen. Es bestehe akuter Handlungsbedarf.
Irina Rockel erinnert an die gesetzlichen Regelungen bezüglich Steuerfreiheit, die selbstverständlich beachtet werde müssten. Thomas Rheinländer betont, das Verfahren müsse unbedingt Transparenz gewährleisten. Manfred Kühne spricht von einer sinnvollen Öffnungsklausel. Wolfgang Freese ergänzt, die Handlungfähigkeit des Vorstandes der Schinkel-Gesellschaft sei entscheidend.
Nach intensiver und konstruktiver Diskussion findet der Vorschlag von Irina Rockel, nur den ersten Absatz der Vorlage aufzugreifen und ihn zu ergänzen durch den Satz, der Vorstand entscheide im Einzelfall, uneingeschränkte Zustimmung. Die Punkte 2 und 3 erreichen auch für sich genommen keine Zustimmung. Sie sind hinfällig.
§ 3, Punkt 3 der Satzung der Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft hat nun folgenden Wortlaut:
Mitglieder und Inhaber von Vereinsämtern einschließlich Vorstand können jährlich eine pauschale steuerfreie Aufwandsentschädigung im gesetzlichen Rahmen erhalten für regelmäßige Tätigkeiten, die für das Erreichen des Vereinszwecks notwendig sind. Der Vorstand entscheidet im Einzelfall.
TOP 9: Wahl neuer Kassenprüfer
Silvia Stechow steht laut mündlicher Mitteilung nicht mehr zur Verfügung. Ihr gilt der Dank der Versammelten. Irina Rockel steht eventuell weiter zur Verfügung als Kassenprüferin. Nach kurzer Aussprache mit klarer rigider Aufgabenbeschreibung wird die Wahl für das Amt vertagt. Mit Frau Stechow solle zunächst Rücksprache gehalten werden.
TOP 10: Verschiedenes
Im Hinblick auf die verkaufbaren Materialien erhält der Vorstand den Auftrag, ein realistisches Konzept zu entwickeln inklusive Buchführung.
In Sachen Sponsoring wird angeregt, mit lokalen und regionalen Baufirmen i.w.S. Kontakt aufzunehmen. Der Name “Schinkel” könnte durchaus attraktiv sein.
Vorstandmitglied Gottfried Lungfiel bietet an, ab März 2026 bei der Pflege der Homepage mitzuwirken. Bislang erledigt Otto Wynen diese Aufgabe, deren Bedeutung noch zunehmen dürfte, ganz alleine.
Elke Buchholz vermacht der Schinkel-Gesellschaft eine Schinkel-Leuchte aus ihrem Privateigentum.
TOP 11: Schlusswort des Vorstandes
Im Namen des Vorstandes spricht Versammlungsleiter Matthias Frinken Dank aus für die rege und konstruktive Beteiligung.
Neuruppin, den 14. November 2025 Volkmar Heuer-Strathmann

