Der Weihnachtsbrief (Jahresbericht) 2025

SERNAU David Collage Karl Friedrich Schinkel am Fenster der Bauakademie

Jahresbericht 2025

 

  1. Finanzen

     

Im April wie im November 2025 hat der Vorstand vermittelt, dass der Verein nicht mehr existieren kann, wenn nicht öffentliche Kulturfördermittel der Stadt Neuruppin in Anspruch genommen werden. Zur Verdeutlichung: bis einschließlich 2022 betrug die Miete für die Geschäftsstelle nur knapp mehr als 1 Euro/qm. Also vielleicht 100 Euro bei gut bei den gut 60 Quadratmetern. Mit allen Nebenkosten vielleicht knapp 2.000 Euro /Jahr. Bei 80 – 100 Mitgliedern und einigen Spenden gab es Einnahmen von 9.000 – 10.000 Euro. Das reichte gut für die Miete, Vorträge, monatliche Stammtische, kleine Exkursionen, gelegentlich eine Broschüre. Da blieb sogar noch etwas übrig.

Aber dann wurde die Miete durch die stadteigene NWG drastisch erhöht auf aktuelle 6,50 Euro/qm, ab 2027 auf 8,00 Euro/qm. Es blieb nur der Weg, für 3 Jahre im Rahmen der institutionellen Förderung Kulturfördermittel der Stadt zu beantragen – mit der Auflage im Bewilligungsbescheid: Verbesserung des Auftritts und der Außenwirkung der Schinkel-Gesellschaft. D.h., es wurden mehr Veranstaltungen nötig mit größerer Außenwirkung. Zwei Stunden Öffnungszeit/Woche und kaum eine Information über Inhalte der Bibliothek, der Bildergalerien, der Tätigkeiten nach außen reichten nicht mehr aus. Die Stadt fördert uns gern – gerade im Hinblick auf 2031, Schinkels 250. Geburtstag, aber eben unter der Voraussetzung von mehr Teilnahme am kulturellen Geschehen in der Stadt. Und es ist notwendig, dafür ein Budget von ca. 20.000 – 25.000 Euro jährlich anzusetzen. Miete, Honorare, Veröffentlichungen, Preisverleihung etc... 

Im ersten Jahr der Förderung wurde das kaum verstanden. Es wurde gewirtschaftet wie immer – mit dem Ergebnis, dass wir  für 2023 mehr als 1.400 Euro zurückzahlen mussten. Im zweiten Jahr hat ein großes Drittmittelprojekt, das M. Frinken im Rahmen einer Ausstellung über das Erbe der Kreissiedlungsgesellschaft einbringen konnte, die Darstellung der Eigenmittel zur Förderung ermöglicht. Für 2025 ist es gelungen, erneut Drittmittel und auch Spenden in hoffentlich ausreichendem Umfang einzuwerben.

Allein diese finanziellen Rahmenbedingungen bedeuten sehr viel Arbeit (Anträge, Finanzpläne, Verwendungsnachweise, Recherchen). Bei einem schrumpfenden Mitgliederbestand, der außerdem immer älter wird. Aber es ist auch gelungen, einige neue Mitglieder zu begeistern für eine Mitarbeit. Nun ist es also nötig, einen Spagat zu finden zwischen der Vermittlung von Schinkels Bedeutung in der Baugeschichte, historischen und modernen inhaltlichen Angeboten, Kunst, Beteiligung, neuen Formaten, Experimenten, Vorträgen, Filmen, Ansprache älterer und jüngerer Neuruppiner und auch der großen Zahl von Gästen der Stadt.

  1. Programm 2025

Wir konnten bis jetzt vier Ausstellungen durchführen: zur Kreissiedlungsgesellschaft im März/April 2025; mit Silke Thal im Mai; mit Geli Schulze im Sommer, mit Somosphera im November. Im Dezember  folgt eine Ausstellung zu Garagenhöfen in Neuruppin.

Wir haben Lesungen und Vorträge organisiert, Filme gezeigt, eine sehr schöne Exkursion nach Zermützel als Sommerfest durchgeführt. Im Oktober war die Gesellschaft eingeladen zu einem sog. Schinkel-Talk bei der Bundesstiftung Bauakademie in der Friedrichswerderschen Kirche in Berlin. Es ist gelungen, Kontakte zum AIV Berlin-Brandenburg, zur Bundes- und zur Einrichtungsstiftung Bauakademie, zum Förderverein Baukultur in Brandenburg neu zu beleben. Im Mai hat die Architektenkammer Brandenburg den Tag der Baukultur in Neuruppin mit der Stadtverwaltung und uns gefeiert. Am 11. Oktober hatten wir einen sehr netten Schinkeltag mit der Preisvergabe an die WGB „Karl Friedrich Schinkel“ aus Neuruppin für ihr WoMeNa-Projekt.

Im September haben wir für weitere drei Jahre einen Förderantrag bei der Stadt gestellt. Es bleibt eine Herausforderung, Eigenmittel darzustellen, also Spenden und Drittmittel einzuwerben. Das Ladenlokal im Predigerwitwenhaus soll künftig viel mehr geöffnet sein. Das alles macht Arbeit, die es so früher nicht gab. Daher wurde eine Satzungsänderung im November notwendig, die es erlaubt, dass künftig Aufwandsentschädigungen und angemessene Honorare auch an Mitglieder und den Vorstand gezahlt werden können.

 

  1. Ausblick nach 2026

Den Schinkelpreis vergibt im kommenden Jahr die Fontanestadt Neuruppin selbst. Es sind weitere Ausstellungen, Vorträge, Filmabende und Ausflüge geplant, so dass monatlich eine bis zwei Veranstaltungen stattfinden. Der Laden selbst soll aber viel mehr noch zu einem Treffpunkt werden. Für Gäste der Stadt, für Kulturinteressierte, für Passanten, für die Stadtbevölkerung, für alle Altersgruppen. Und wir möchten uns etwas mehr zu Wort melden bei Fragen der Stadtentwicklung: Gestaltung des Kirchplatzes, der kulturellen Bedeutung von Schinkel in der Region u.ä. Vielleicht kann ein Workshop mit Künstlern dieses ergänzen. Die Webseite ist zu modernisieren. Die Bibliothek muss etwas gestrafft und besser nach außen bekannt gemacht werden. Einladungen bei AIV oder Bauakademie sollten mehr wahrgenommen werden.  Alle Termine sind für alle Mitglieder auch eine Gelegenheit zur Begegnung, aber vielleicht muss dieses auch durch einen Vereinstreff ergänzt werden (früher: Stammtisch).

Nun wünschen wir allen Mitgliedern einen wunderbaren Jahresausklang und neue Ideen und Lebensfreude für 2026.

Der Vorstand